logo

bild

„Idyllen“ ist der Titel des Katalogs, den die Galerie der Bayern LB im Jahr 2008 anlässlich einer Retrospektive zum 65. Geburtstag von Lothar Kaspar Wurm herausgebracht hat. Die Kunsthistorikerin Nina Gockerell stellt in ihrer Einleitung klar: „Mit der Genremalerei des 18. und 19. Jahrhunderts sind Lothar Wurms Idyllen nur oberflächlich, nur in der malerischen Ausführung, verbunden. Doch gerade die Ausgewogenheit der Kompositionen und die Virtuosität der Malerei machen seine Idyllenbilder zu Trugbildern ...“

 

Während ein Teil von Wurms Idyllen durchaus romantische Gefühle weckt, konfrontiert er in anderen Werken akribisch gemalte Alltagsgegenstände mit spontaner, gestischer Malerei. Diese Kontraste sind imstande, den scheinbar toten Gegenständen eine Seele zurück zu geben. Mit dem Hinweis, dass diese Gegenstände als „Treibgut“ aus ihrem eigentlichen Umfeld geworfen wurden, verweist Lothar Wurm sowohl auf die Existenzphilosophie von Jean-Paul Sartre, als auch auf den Maler Giorgio de Chirico, der die Metaphysik der kleinen Dinge in seinen Bildern ergründen wollte.

 

Charakteristisch für das dialektische Kompositionsprinzip des Künstlers sind die drei großformatigen Bilder „Apfel“, „Steinschlag“ und „Blatt“, die im Mittelpunkt von seiner Wien-Premiere stehen. Durch die Intensität und Dichte der Präsentation gewinnen diese drei Bilder eine dritte Dimension und der Betrachter taucht ein in eine metaphysische Welt. Wer aus dieser Vision wieder heraustritt, wird mit dem Bild „Beuys malt Blumen“ konfrontiert.

 

Dass ausgerechnet der Papst der Konzeptkunst hier zum „Blümchenmaler“ umgedeutet wird, ist typisch für Wurms Ironie. Der hintergründige Hinweis, dass jeder Revolutionär im Biedermeierkästchen landet, wenn seine Postulate zum Common Sense werden, trifft auf Beuys zu. Sein Diktum „Jeder Mensch ist ein Künstler“ zählt zu den meistzitierten Aphorismen des 20. Jahrhunderts. Angesichts der Wirkmacht dieser Aussage muss sich heute jeder Künstler wünschen, Beuys hätte gesagt. „Jeder Mensch ist ein Kunstsammler.“

Lothar Kaspar Wurm Portrait 250

Lothar Kaspar Wurm


Humboldtstraße 30
81543 München
Atelier: Heßstraße 60
80798 München


Tel. Atelier: 0049 89 525861


Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

lotharwurm.de
   

 Der Künstler schreibt über seine Werke:

Die Folie der Idylle bzw. des Lyrisch-Epischen ist mein Laboratorium.
Sie wird einerseits zu Wunsch- und Sehsuchtsorten, andererseits wird sie auch zu Orten des Unheimlichen.
Macht, Ohnmacht, Endlichkeit, Angst, Widersprüchlichkeit, Theatralik, Demut, Verlorenheit sind die Begriffe, die sich in meinen Arbeiten abzeichnen.
Figuration und Abstraktion bilden für mich keine Gegensätze.
Thema ist für mich Streben nach dem Erfassen des Immateriellen.

Die Kronen erlebte ich als malerische Herausforderung.Sie wurden in München als Fakes vor ein paar Jahren in einem Kaufhaus ausgestellt. In meinen Bildern wirken sie deplatziert, geschichtsvergessen, verrottet, nutzlos und befremdlich, bzw. als Metapher nicht mehr eindeutig.

Der bildfüllende Naturausschnitt führt mich zur sinnlichen Wahrnehmung der Vegetation.

Auch meine abstrakten Arbeiten resultieren hauptsächlich aus dem Mikrokosmos der Natur.

Mein Oeuvre ist selbstreferenziell, ein Bild führt zum nächsten.

Außer meinen meist verwendeten Formaten 50x50 und 150x150cm werde ich zukünftig auch andere Formate wählen.

 

 

Crowdfunding

für Moral 4.0

Hubert ErsteBank120