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5.5.2020 - Das neue Werk des Linzer Künstlers Gazmend Freitag zeigt seinen „Doppelgänger“, mit dem er die Wochen der Quarantäne verbracht hat. Bunt, stark und voller Tatendrang präsentieren sich die beiden jetzt der Öffentlichkeit. Und beantworten vier Fragen, welche die Schriftstellerin Monika Grill an sie stellt.

 

Gazmend Freitag Doppelgaenger 500

(c) Foto: Johann Traunwieser

 

Monika Grill: Du hast gerade dein neues Selbstporträt fertiggestellt. Wie alle Menschen musstest du dich an die Quarantäne Vorschriften halten. Wie war das für dich, alleine im Atelier, ohne die Möglichkeit, deine Freunde zu sehen?

 

Gazmend Freitag: Für mich ist das nichts Neues. Ich bin immer am Malen, und das mache ich alleine. Aber ein wenig einsam fühle ich mich doch, da ich mich am Abend gerne mit Freunden auf ein Glas Rotwein getroffen habe.

 

Monika Grill: Ich erinnere mich an dein Selbstporträt von 2014. Was hat sich seitdem für dich geändert?

 

Gazmend Freitag: Mein Stil ist realistischer geworden, figurativer und auch dramatischer. Die Farben sind kräftiger. Ich bin mutiger. Um ehrlich zu sein, das neue Bild gefällt mir viel besser. Und ich fühle mich genau so, wie ich darauf aussehe.

 

Monika Grill: Fühlst du dich älter?

 

Gazmend Freitag: Nein, kein bisschen. Aber mein Blick ist jetzt viel mehr auf die Zukunft gerichtet. Ich habe die Vergangenheit malerisch verarbeitet. Jetzt bin ich neugierig auf das, was kommt.

 

Monika Grill: Jetzt meine Frage an den Doppelgänger: Habt ihr den vorgeschriebenen Abstand eingehalten und euch nicht gegenseitig infiziert?

 

Doppelgänger: Wir haben uns vorbildlich verhalten. Und infiziert haben wir uns gegenseitig nur mit Enthusiasmus und vielen bunten Farben.

 

120 Tatia Bakuradze Somnium

Künstlerin des Monats:

Tatia Bakuradze