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Kunst - Wert - (Ver)sicherung
Ein Kommentar über diese Beziehung von Dr. Petra Eibel
Leiterin der Kunstabteilung der UNIQA Versicherung

Die bildende Kunst hat sich im zwanzigsten Jahrhundert aus dem Korsett ihrer traditionellen Formen befreit - und mit dieser radikalen Änderung des Kunstbegriffes sind neue Medien, neue Technologien und neue Materialien zunehmend wichtiger geworden. Angesichts eines zeitgenössischen Kunstschaffens, das sich oft bewusst den traditionellen Gepflogenheiten im Umgang mit Kunst widersetzt, wird die Frage, Werte zu definieren, sie zu erhalten und zu bewahren, täglich neu formuliert.

Kunstwerke sind nicht nur das Dokument einer künstlerischen Äußerung, sondern Objekte mit einer individuellen Biographie. Die Spuren ihrer Geschichte sind ein wesentlicher Teil jener Aura, die das Kunstwerk zum einzigartigen und unwiederbringlichen Objekt macht. In einer solchen Biographie kann es aber auch dunkle Kapitel mit fatalen Folgen geben. Hier sind das Wissen und die Kompetenz des Kunstversicherers im richtigen Umgang mit Kunst gefragt. Kunstwerke vor Beschädigung oder Verlust zu bewahren, erfordert ein hohes Maß an Umsicht und Fachkenntnissen, die wir als führender österreichischer Versicherer von Institutionen und Privatsammlungen zeitgenössischer und klassischer Kunst täglich unter Beweis stellen müssen. Schadensverhütung und Sicherheit genießen neben der Beachtung konservatorischer Anforderungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und der Belastung durch Licht absolute Priorität bei unersetzlichen Kunstobjekten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mit relativ geringem Aufwand und mit durchaus einfachen Mitteln sowohl in konservatorischen Fragen als auch bei sicherheitstechnischen Problemen oft viel erreicht werden kann.

Unabhängig von den Intentionen, Motiven oder Leidenschaften, von denen man sich leiten lässt, ist Kunst zu sammeln so gut wie immer mit beträchtlichem Kapitaleinsatz verbunden. Eine Kunstsammlung ist somit immer auch eine Sammlung von Wertgegenständen. Mit dieser “materiellen Sichtweise” gekoppelt ist natürlich auch die Angst, das einzelne Kunstobjekt durch ein unvorhergesehenes Ereignis zu verlieren. Schäden, entstanden durch Brand, Wasser, Erdbeben, Sturm, Überschwemmung, Transportmittelunfall, Diebstahl, Veruntreuung oder aber auch nur durch Unachtsamkeit oder Unbedachtheit, können ein Kunstwerk nicht nur als wichtiges Beweisstück einer künstlerischen Haltung oder einer kulturellen Epoche auslöschen, sondern den Besitzer auch mit nicht unerheblichen finanziellen Problemen oder Verlusten konfrontieren. Hier Vorsorge zu treffen, liegt im Interesse des Sammlers und selbstverständlich auch im Interesse des Kunstversicherers.

Quelle: artguide.at

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