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Ausstellung in der KreativRaum Galerie, 1010 Wien

8. bis 19. Februar 2021

Siehe auch Online-Ausstellung

 

Antonia 500

 

Das Schöne in allen möglichen Welten - dafür interessiert sich die Weltbürgerin Antonia Fartushna. Schon mehrfach hat sich der geografische Mittelpunkt ihres Lebens geändert: Kyiv, New York und seit 2013 Wien. Nie geändert, aber erweitert hat sie ihre Suche nach dem Mittelpunkt der Schönheit. Schließlich hat sie zwei Mittelpunkte gefunden: zuerst in der Heilkunst, insbesondere der Kieferorthopädie, und dann in der bildenden Kunst, insbesondere Malerei und Performance.

 

Ein Studium der Profilometrie können Künstler selten vorweisen. Antonia kann es, und noch viel mehr: 2003 Abschluss Zahnmedizin in der Ukraine, 2005 Fachärztin Kieferorthopädie, 2008 Magister Psychologie, 2013 Promotion PhD in der Zahnmedizin und nicht zuletzt 2018 Dr.med.dent. Medizinische Universität Wien. Ihre Studien hat sie auf Russisch, Ukrainisch, Englisch und Deutsch absolviert.

 

Über ihre ersten Jahre in Wien erzählt Antonia: „Hier musste ich wieder von vorne beginnen, bis die Nostrifizierung bewilligt wurde war ich Studentin bzw. Nostrifikantin. Diese Jahre waren für mich eine Bewährungsprobe, denn immerhin musste ich zuerst Deutsch lernen – und wir wissen ja alle, dass die deutsche Sprache keine einfache ist. Ich musste unzählige Prüfungen bestehen – auf Deutsch selbstverständlich. Natürlich habe ich in dieser Zeit auch als Assistentin gearbeitet und außerdem internationale Vorträge zu Themen Kieferorthopädie und Prophylaxe gehalten.“

 

Abgesehen von gesundheitlichen Aspekten geht es in der Kieferorthopädie natürlich auch um Schönheit. Blendend weiße, regelmäßige Zähne sind heute kein Privileg mehr für reiche Hollywood-Stars. Ganz im Gegenteil, sie sind mittlerweile selbstverständlich für alle Menschen – noch nicht in allen wirklichen Welten, aber doch in allen möglichen Welten.

 

Gar nicht selbstverständlich ist Kunst im täglichen Leben der meisten Menschen. Doch es gibt einen starken Trend zur Kunst bei medizinischen Berufen. Dies liegt wohl daran, dass Medizin (insbesondere Kieferorthopädie) ein Hightec-Beruf ist, der permanente Konzentration und Präzision erfordert. Die Malerei dagegen arbeitet mit archaischen Instrumenten – Farben, Pinsel, Leinwand – die sich seit Jahrhunderten nicht geändert haben.

 

Die Malerei lässt Freiheiten, die sich ein Arzt nicht erlauben darf. So ist es kein Zufall, dass Menschen und Tiere von Fartushna keine strengen, realistischen Abbilder sind, sondern der expressive, emotionale Ausdruck der Wesen im Mittelpunkt ihrer Bilder steht. Kunst ist für Antonia nicht bloß ein Ausgleich zur Entspannung, sondern die Möglichkeit einen anderen Bereich ihrer vielseitigen Talente zu entfalten. An der Entwicklung dieser Talente arbeitet sie schon viele Jahre, ist damit aber nur selten an die Öffentlichkeit gegangen.

 

Mit der Ausstellung „Feelings of the Woman“ in der KreativRaum Galerie im Zentrum von Wien schließt sie ihre erste künstlerische Phase ab und beginnt eine neue Etappe. „Feelings of the Woman“ ist somit Rückblick und gleichzeitig Startschuss für einen neuen Lebensabschnitt, in dem sie einen zweiten Mittelpunkt neben der Medizin gefunden hat: die Kunst.

 

Medizin und Kunst sind für Antonia Fartushna wie zwei Kreise, die sich überschneiden, aber doch auch ihren eigenen Mittelpunkt haben. Die Schnittmenge bildet ein tiefes Verständnis der Ästhetik, die Bereiche außerhalb der Schnittmenge sind geplante Gestaltung eines Kiefers versus Spontanität im Schaffen auf der Leinwand und in der Performance.

 

120 Anais

Meinung & Urteil

Anais Anais

Soul & Eros, H 100